Hochbeet anlegen: Standort, Befüllung und Bepflanzung richtig planen

Ein Hochbeet gehört mittlerweile zu den beliebtesten Anschaffungen für Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner: Es ermöglicht bequemes Arbeiten, verspricht gute Erträge und bietet einen unkomplizierten Einstieg in den Gemüseanbau. Damit die Pflanzen tatsächlich gut gedeihen, kommt es auf den Standort, das Material und vor allem auf die richtige Befüllung an.

Wer diese Grundlagen kennt, spart sich im ersten Gartenjahr viel Frust und kann sich stattdessen über eine überraschend reiche Ernte freuen. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, worauf es beim Anlegen eines Hochbeets ankommt.

Der richtige Standort

Die meisten Gemüsearten, die typischerweise im Hochbeet wachsen, bevorzugen einen sonnigen bis leicht halbschattigen Standort. Tomaten, Gurken, Peperoni, Zucchetti und viele Kräuter benötigen besonders viel Licht. Salate, Radieschen und manche Kohlarten kommen auch mit etwas weniger Sonne zurecht.

Zusätzlich lohnt sich ein windgeschützter Platz. Starker Wind trocknet Erde und Pflanzen schneller aus und kann hochwachsende Kulturen belasten. Das Hochbeet sollte möglichst frei zugänglich sein. Eine Breite von etwa 120 Zentimetern ist praktisch, wenn von beiden Längsseiten gearbeitet werden kann. Steht das Beet direkt an einer Wand, muss es entsprechend schmaler bleiben, damit die hinteren Pflanzen noch erreichbar sind.

Material und Grösse: Was zu beachten ist

Hochbeete gibt es aus Holz, Metall, Kunststoff oder Stein. Jedes Material bringt eigene Vor- und Nachteile mit. Holz fügt sich natürlich in den Garten ein und lässt sich gut selbst verarbeiten. Unbehandeltes Holz verwittert jedoch mit der Zeit. Eine geeignete Innenverkleidung kann die Lebensdauer verlängern. Sie sollte so angebracht werden, dass Feuchtigkeit ablaufen kann und das Holz nicht dauerhaft nass bleibt.

Metallbeete sind langlebig und benötigen wenig Pflege, können sich in voller Sonne aber stärker erwärmen. Gemauerte Hochbeete sind robust und gestalterisch attraktiv, lassen sich später jedoch kaum versetzen.

Bei der Höhe lohnt sich ein Blick auf die eigene Körpergrösse. Das Beet sollte so hoch sein, dass die Gartenarbeit ohne ständiges Bücken möglich ist. Üblich sind Höhen zwischen etwa 70 und 90 Zentimetern. Wer im Sitzen gärtnern möchte, benötigt eine Konstruktion, die genügend Beinfreiheit bietet.

Bevor die Befüllung beginnt, wird bei einem nach unten offenen Hochbeet ein verzinktes, engmaschiges Drahtgitter auf dem Boden befestigt. Eine Maschenweite von ungefähr zehn Millimetern bietet einen deutlich zuverlässigeren Schutz vor Wühlmäusen als gewöhnlicher, häufig gröberer Hasendraht.

Der klassische Schichtaufbau

Ein Hochbeet muss nicht zwingend in Schichten befüllt werden. Es kann auch vollständig mit einer geeigneten Mischung aus Erde, Kompost und strukturstabilen mineralischen Bestandteilen gefüllt werden. Der klassische Aufbau mit Gartenmaterial nutzt dagegen die Verrottung organischer Bestandteile und eignet sich besonders, wenn genügend Gehölzschnitt, Laub und Kompost vorhanden sind.

Von unten nach oben kann das Hochbeet folgendermassen aufgebaut werden:

  • Grobe Basisschicht, etwa 20 bis 30 Zentimeter: Äste, Strauchschnitt und gröberes Häckselmaterial schaffen Hohlräume und unterstützen den Wasserabfluss.
  • Feinere organische Schicht, etwa 15 bis 20 Zentimeter: Dünnere Zweige, gehäckselte Staudenreste, Laub und andere gesunde Gartenabfälle füllen die grösseren Zwischenräume.
  • Kompostschicht, etwa 20 Zentimeter: Grober oder halb verrotteter Kompost liefert Nährstoffe und setzt den Zersetzungsprozess fort.
  • Pflanzschicht, mindestens etwa 25 bis 30 Zentimeter: Eine Mischung aus guter Gartenerde, reifem Kompost und geeigneter Pflanzerde bietet den Wurzeln ausreichend Raum.

Die einzelnen Schichten sollten locker eingefüllt und gleichmässig verteilt werden. Zu starkes Feststampfen verdrängt Luft und kann den Wasserabfluss verschlechtern. Sehr grobe Hohlräume dürfen jedoch leicht ausgeglichen werden, damit die oberen Schichten nicht sofort weit absinken.


Die Befüllung entscheidet darüber, wie gut Wasser abläuft und wie viele Nährstoffe den Pflanzen später zur Verfügung stehen. Grobes organisches Material gehört nach unten, während eine ausreichend tiefe Schicht aus guter Erde und reifem Kompost den Wurzeln den nötigen Raum bietet.

Was ins Hochbeet darf und was nicht

Für die unteren Schichten eignen sich unbehandelter Gehölzschnitt, gesunde Staudenreste, trockenes Laub und grober Kompost. Kleine Mengen roher pflanzlicher Küchenabfälle können untergemischt werden. Das Hochbeet sollte jedoch nicht als Ersatz für einen Kompostbehälter dienen.

Nicht hinein gehören lackiertes, imprägniertes oder verleimtes Holz, Plastik, Metall, kranke Pflanzenteile und samentragende Problemunkräuter. Auch Fleisch, Fisch, Knochen, Milchprodukte und gekochte Speisereste sind ungeeignet. Sie können Gerüche verursachen und Tiere anlocken.

Bei Wurzelunkräutern wie Giersch, Quecke oder Winde ist besondere Vorsicht geboten. Selbst kleine, noch lebende Wurzelstücke können erneut austreiben und sich im Hochbeet ausbreiten.

Warum die Füllung mit der Zeit absackt

Die organischen Schichten werden nach und nach von Bodenorganismen zersetzt. Dabei verlieren sie an Volumen. Dass sich die Oberfläche im ersten Jahr deutlich senkt, ist deshalb normal und kein Zeichen für einen misslungenen Aufbau.

Je nach Material kann das Beet innerhalb eines Jahres um zehn bis 20 Zentimeter absacken. Die fehlende Höhe lässt sich mit Pflanzerde und reifem Kompost ausgleichen. Nach mehreren Jahren sind die unteren Bestandteile weitgehend verrottet. Dann kann eine vollständige Entleerung und Neubefüllung sinnvoll werden.

Wie das Beet nach der ersten Saison weiter versorgt wird, zeigt auch der ausführliche Ratgeber zur Hochbeetpflege im Jahresverlauf.

Bewässerung und Pflege

Hochbeete trocknen häufig schneller aus als gewachsener Gartenboden. Die erhöhte Lage, lockere Erde und sonnige Aufstellung sorgen dafür, dass Wasser rascher verdunstet. Besonders im Sommer sollte deshalb regelmässig kontrolliert werden, ob die Erde unter der Oberfläche noch feucht ist.

Besser als tägliches oberflächliches Benetzen ist ein durchdringendes Giessen, bei dem das Wasser die Wurzelzone erreicht. Der Wasserstrahl wird möglichst direkt auf die Erde und nicht dauerhaft über die Blätter geführt. So geht weniger Wasser durch Verdunstung verloren und empfindliche Pflanzen bleiben trockener.

Eine dünne Mulchschicht aus angetrocknetem Rasenschnitt, Stroh oder geeignetem Pflanzenmaterial reduziert die Verdunstung und bremst unerwünschten Aufwuchs. Frischer Rasenschnitt sollte nur dünn aufgetragen werden, damit er nicht verklebt oder fault.


Ein gut geplantes Hochbeet liefert auf überschaubarer Fläche eine vielseitige Ernte. Kohlrabi lässt sich bereits früh im Gartenjahr kultivieren und kann nach der Ernte Platz für Salate, Kräuter oder eine weitere Gemüsekultur machen.

Welche Pflanzen eignen sich im ersten Jahr?

In einem klassisch geschichteten Hochbeet werden während der ersten Saison vergleichsweise viele Nährstoffe freigesetzt. Deshalb bieten sich zunächst Starkzehrer wie Tomaten, Zucchetti, Kürbis, Gurken oder verschiedene Kohlarten an. Allerdings benötigen auch diese Kulturen genügend Platz. Ein einzelner Kürbis kann schnell einen grossen Teil des Beetes beanspruchen.

Salate, Radieschen und Kräuter eignen sich gut zum Füllen kleinerer Lücken. Bei Mischkulturen sollte darauf geachtet werden, dass starkwachsende Pflanzen ihre kleineren Nachbarn nicht beschatten. Auch die Wurzeltiefe spielt eine Rolle: Karotten und andere Wurzelgemüse benötigen eine ausreichend tiefe, steinfreie und lockere Pflanzschicht.

In späteren Jahren, wenn die Nährstofffreisetzung nachlässt, können Mittel- und Schwachzehrer einen grösseren Anteil einnehmen. Die Einteilung ist allerdings nur eine Orientierung. Der tatsächliche Nährstoffbedarf hängt auch von der verwendeten Erde, den Kompostgaben und der bisherigen Nutzung ab.

Wann kann das Hochbeet bepflanzt werden?

Ein Hochbeet erwärmt sich im Frühling häufig etwas schneller als ein gewöhnliches Gartenbeet. Das bedeutet aber nicht, dass jede Gemüseart bereits im März ins Freie darf. Kältetolerante Kulturen wie Radieschen, Spinat, Erbsen, Salat oder Kohlrabi können früher starten. Ein Vlies oder Frühbeetaufsatz bietet zusätzlichen Schutz.

Tomaten, Gurken, Zucchetti, Kürbis, Peperoni und Basilikum reagieren empfindlich auf Frost. Sie dürfen erst ins Freie, wenn am jeweiligen Standort keine kritischen Nachtfröste mehr zu erwarten sind. In höheren Schweizer Lagen kann dieser Zeitpunkt deutlich später liegen als in milden Regionen. Einen praktischen Überblick bietet der Beitrag darüber, welches Gemüse im Mai gepflanzt werden kann.

Video-Tipp: Hochbeet richtig befüllen

Wie der Aufbau mit Nagerschutz, Drainage, Laub, Kompost und Pflanzerde praktisch funktioniert, zeigt diese gut verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung. Das Video dauert rund sechs Minuten und passt inhaltlich sehr gut zum beschriebenen Schichtaufbau.



Fazit

Ein Hochbeet erleichtert die Gartenarbeit und schafft gute Bedingungen für Gemüse, Salate und Kräuter. Entscheidend sind ein heller Standort, eine gut erreichbare Grösse, ein zuverlässiger Schutz vor Wühlmäusen und eine ausreichend tiefe Pflanzschicht.

Ob das Beet klassisch mit Gartenmaterial geschichtet oder mit einer stabilen Substratmischung gefüllt wird, hängt von den vorhandenen Materialien und den gewünschten Kulturen ab. Wer das natürliche Absacken einplant, regelmässig giesst und bei der Bepflanzung die Jahreszeit berücksichtigt, kann das Hochbeet über viele Jahre produktiv nutzen.

 

Bildquellen: Bild 1: Symbolbild © Mariana Serdynska/Shutterstock.com; Bild 2: Symbolbild © Cceeceelee/Shutterstock.com; Bild 3: Symbolbild © epiximages/Shutterstock.com

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