Nelken erleben ihr Comeback: Dianthus begeistert Garten, Balkon und Wohnzimmer

Lange galten Nelken als altmodisch, doch inzwischen erleben sie ein eindrucksvolles Comeback.

Besonders als üppig blühende Topfpflanzen erfreuen sie sich wieder grosser Beliebtheit. Unter ihrem botanischen Namen Dianthus – aus dem Altgriechischen für „Gottesblume“ – sind sie heute in vielen Farben im Fachhandel erhältlich, ideal für Garten, Balkon und Fensterbank.


Bild oben:Feurige Perlmuttfalter (Fabriciana adippe, Syn.: Argynnis adippe) auf Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum)

Rote Nelken stehen traditionell für Liebe, Leidenschaft und Bewunderung und werden ähnlich wie Rosen verschenkt. Gleichzeitig besitzen sie politische Symbolkraft: als historisches Zeichen der Arbeiterbewegung, des 1. Mai und der Nelkenrevolution 1974 in Portugal.



Neben den klassischen Wildformen gibt es zahlreiche Hybrid- und Zuchtsorten, die sich in Blütenfarbe, Höhe, Duft und Blühdauer unterscheiden. Durch gezielte Kreuzungen entstanden Sorten, die robuster, farbenfroher und länger blühend sind – ideal für Balkon, Terrasse oder Garten. Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder Stecklinge. Während die Aussaat Vielfalt schafft, sichern Stecklinge den Erhalt bestimmter Eigenschaften. Besonders gefragt sind heute Sorten, die pflegeleicht, nachhaltig und insektenfreundlich sind oder sich durch lange Blühdauer, Duft und gute Topfeignung auszeichnen.

Wilde Schönheiten

Es gibt eine Vielzahl von Nelkenarten, die für verschiedenste Standorte im Garten geeignet sind. Nicht wenige davon sind einheimisch. Die Vorteile liegen auf der Hand: Einheimische Pflanzen sind robust, pflegeleicht, trockenheitsverträglich und tragen zur Biodiversität bei. Die Blüten werden gerne von Bienen, Schmetterlingen und anderen bestäubenden Insekten besucht. Viele einheimische Nelken eignen sich für Steingärten, Trockenrasen und naturnahe Gärten. Dianthus sind eher zierlich und filigran, die Begleitstauden sollten nicht allzu dominant sein. Für den naturnahen Garten eignen sich unter anderem folgende Arten:

Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum)

Die filigrane, aber robuste Wildblume mit leuchtend pink-violetten Blüten wird 30–60 cm hoch und blüht von Juni bis September.


Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) auf Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum)

Sie bevorzugt sonnige, magere Böden, ist ökologisch wertvoll für Bienen und Schmetterlinge und eignet sich ideal für Steingärten und naturnahe Flächen.

Pracht-Nelke (Dianthus superbus)

Mit stark gefransten, duftenden Blüten in Rosa- bis Violetttönen ist die Pracht-Nelke ein Blickfang auf nährstoffarmen Wiesen und in Gärten.



Sie blüht von Juni bis September, lockt zahlreiche Insekten an und steht in manchen Regionen unter Schutz.

Heide-Nelke (Dianthus deltoides)

Die nur 10–30 cm grosse Wildblume mit pink- bis karminroten Blüten eignet sich dank teppichbildendem Wuchs bestens als Bodendecker.


Schwebfliege (wrsch. Sphaerophoria scripta) auf Heide-Nelke (Dianthus deltoides)

Anspruchslos, trockenheitsverträglich und insektenfreundlich bringt sie Farbe in Wildblumenwiesen und naturnahe Gärten.

Feder-Nelke (Dianthus plumarius)

Mit gefransten Blüten in Rosa-, Weiss- und Rottönen sowie intensivem Duft ist die Feder-Nelke eine der ältesten Kulturpflanzen Europas. Sie bildet immergrüne Polster bis 50 cm Höhe und eignet sich als Schnittblume wie auch für Steingärten.

Sand-Nelke (Dianthus arenarius)

Die mehrjährige, trockenheitsverträgliche Nelke trägt von Juni bis August fein gefranste, weisse Blüten mit zartem Duft. Anspruchslos und pflegeleicht bereichert sie Steppenbeete und naturnahe Pflanzungen und bietet Insekten wertvollen Nektar.

Nelken für Balkon, Terrasse, Beet und Wohnzimmer



Gerade im Frühlingssortiment punkten kompakte Nelken-Sorten durch ihre Vielseitigkeit: Sie lassen sich hervorragend in Gefässe oder Pflanzschalen setzen und verschönern mit ihrer Blühfreude jede Terrasse. Auch als Tischdeko auf dem Gartentisch oder beim Brunch im Grünen sind sie echte Hingucker. In Kombination mit Blumenzwiebeln oder kleinen Stauden ergeben sich charmante Mini-Arrangements, die den Frühling in Szene setzen.

Doch nicht nur im Garten machen Nelken eine gute Figur: Sie sind auch beliebte Geschenke zu besonderen Anlässen wie Valentinstag, Ostern oder Muttertag. Ob als liebevoll bepflanzter Topf, blühende Schale oder florales Mitbringsel – Nelken stehen für Zuneigung, Wertschätzung und zeitlose Schönheit. Ihr angenehmer Duft und die lange Haltbarkeit machen sie zu einem nachhaltigen Geschenk.



Dankbare Schnittblumen

Bartnelke – Schnittblume mit Bauerngartenflair

Bartnelken (Dianthus barbatus) sind pflegeleichte Klassiker mit nostalgischem Charme und farbenfrohen Blüten. Sie bevorzugen sonnige bis halbschattige, humose und durchlässige Böden ohne Staunässe. Gesät wird ab Februar im Haus oder ab Mai direkt ins Freiland, die Keimung dauert 10–20 Tage. Bartnelken sind zweijährig: Im ersten Jahr bilden sie Blattrosetten, und im zweiten Jahr zeigen sie ihre Blüte. In rauen Lagen empfiehlt sich leichter Winterschutz.

Auch in der Pflege sind sie unkompliziert: regelmässig giessen, zwischendurch abtrocknen lassen und im Frühjahr leicht düngen. Beliebt sind sie in Beeten, Bauerngärten und als langlebige Schnittblumen. Sie gelten als insektenfreundlich und stehen in der Blumensprache für Tapferkeit und Leidenschaft.

Langlebig in der Vase: Edelnelken, Landnelken

Die Edelnelke (Dianthus caryophyllus) zählt weltweit zu den bekanntesten Schnittblumen. Mit grossen, oft gefüllten Blüten in Weiss, Rosa, Rot, Gelb oder Violett bringt sie Eleganz und einen würzigen Duft in Sträusse. Ihre robusten Stängel machen sie haltbar und vielseitig einsetzbar – ob einzeln oder kombiniert. In der Blumensprache steht sie für Liebe, Bewunderung und Freundschaft.

 

Quelle: nager promo / JardinSuisse
Bildquelle: JardinSuisse | Dirk Daniel Mann/shutterstock.com | Amalia Gruber/shutterstock.com | Rudmer Zwerver/shutterstock.com | avalgiusti/shutterstock.com

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